Die „Lutherischen Gemeindebriefe“ aus Zwickau bringen in diesem Jahr eine Artikelserie über die Ehe.
Seit 2004 hat ein Ehebuch unter bibeltreuen Christen viel Aufmerksamkeit bekommen. Dr. Emerson Eggerichs „Liebe und Respekt“ ist auch ins Deutsche übersetzt worden (Asslar Gerth-Medien 2011). Eggerichs führt aus, dass  für ein gutes Zusammenleben von Ehepartnern nicht nur Liebe erforderlich ist. Respekt und Liebe sind zwei Zutaten zu einer gelingenden Ehe. Dabei ist Liebe eher Frauensache, beim Respekt schlägt das Herz der Männerwelt. Hier können die einzelnen Beiträge nachgelesen werden (soweit schon erschienen).

Im Kommentarfeld können Sie Ihre Meinung zur gesamten Artikelserie posten. (Das Kommentarfenster erscheint ganz unten unter allen Kommentaren – bitte nach unten scrollen.) Unter den jeweiligen Beiträgen findet sich zusätzlich die Möglichkeit für Kommentare und zur Diskussion den Themen der einzelnen Beiträge. Leider können die Kommentare nicht sofort veröffentlicht werden, da erst SPAM entfernt werden muss.

  1. Liebe allein tut’s freilich nicht
  2. Den Teufelskreis durchbrechen
  3. Für Frauen heißt Liebe: Nähe
  4. Für Männer heißt Respekt: Tatendrang anerkennen
  5. Für Frauen heißt Liebe: Harmonie
  6. Für Männer heißt Respekt: Entscheiden und leiten
  7. Für Frauen heißt Liebe: Zuhören
  8. Für Männer heißt Respekt: Seine Einsichten achten

9 Responses to Einander lieben und ehren

  1. Pfr.i.R. H. Nitschke sagt:

    Lieber Bruder Schröter,Ihre Serie zur Ehe bzw.zum Miteinander von Mann und Frau kann ich nach den bisherigen Folgen rundum begrüssen und bejahen. Es istwichtig, dass wir nicht der zeitgeistmässigen Einebnung der Geschlechter folgen. Ich hoffe, dass Sie möglichst viele Leser haben, die dann auch das Gelesene verinnerlichen und beherzigen.

    Allerdings meine ich,dass nicht nur der Mann seitens der Frau Respekt und Ehrfurcht braucht,sondern auch die Frau insgesamt alsGottes Ebenbild geachtet werden muss.Als erschreckendes Gegenbeispiel erreichen uns Berichte aus Indien (Vergewaltigung und anschliessend Verbrennung)sowie die Stellung der Frau im Islam.Ein Vergewaltiger und Mörder äusserte küzlich bei der Vernehmung,sicher für sich als Entlastunggedacht:“Es war doch (nur)eine Frau….“

    Ich wünsche Ihnen weiterhin Gottes Segen und Freudigkeit in Ihrem Dienst!
    Pfr.i.R.der SELK Heinz Nitschke,
    Pommernweg 5 , 34576 Homberg/Efze

  2. Monika sagt:

    Zwickau, 2018-04-16
    Liebe Frau Schröter,
    entschuldigen Sie, dass ich mich jetzt erst melde, ich habe erst heute in den Blog geschaut.
    Ich danke Ihnen für Ihr ausführliches Schreiben, indem Sie noch einmal sehr schön das Verhalten von Ehepartnern und das gegenseitige Verständnis in Problemsituationen darlegen.
    Meine Meinungsäußerung ging allerdings in eine andere Richtung, das habe ich Ihrem Mann auch an anderer Stelle mitgeteilt, nämlich um die Stellung der Frau nicht nur in der ehelichen Gemeinschaft sondern auch in der Gemeinschaft in unserer Kirche. Als starke Frau erwarten Sie sicher auch, dass Ihre Meinung entsprechend gewürdigt wird und bei Entscheidungen von Gewicht ist, denn, wie Sie selber sagen, denken Männer doch anders als Frauen. Dass diese Artikelserie in den LG veröffentlicht wurde, ist bzgl. der Unterordnung ganz linientreu und hat mich daher herausgefordert.
    Wenn ich an bibeltreue Lebensführung denke, komme ich unweigerlich zu den Aussagen von Paulus im 1. Korintherbrief über das Gebot des Schweigens von Frauen in der Gemeindeversammlung, damals gängige kulturelle Ordnung. Von unserer Kirche werden derartige Passagen herausgepickt. Andere Aussagen von Paulus, über beispielsweise die Haartracht von Männern und Frauen, Bekleidungsvorschriften oder die Aussage, lieber ehelos zu bleiben, werden anders bewertet.
    Ich erwarte jetzt, von Ihnen und Ihrem Mann keine weiteren Stellungnahmen, das würde zu heikel.
    Ich danke Ihnen, dass wir miteinander kommunizieren konnten.
    Gott befohlen!

    Monika Dudek

    • Claudia Schröter sagt:

      Liebe Frau Dudek,
      herzlichen Dank für Ihre Antwort.
      Ich freue mich sehr darüber, dass Sie sich nicht scheuen die Artikelserie und manches andere kritisch zu kommentieren.

      Ihr eigentliches Anliegen wurde mir erst durch Ihre Antwort klar.

      Ich antworte Ihnen sehr gerne, und mir ist (fast) kein Thema zu heikel, das von Ihnen genannte auf gar keinen Fall. Interessanterweise hatte ich in den vergangenen zwei Wochen darüber zwei Gespräche mit Frauen. Allerdings würde meine Antwort den Rahmen dieser Artikelserie sprengen und führt off Topic, daher schreibe ich Ihnen eine persönliche Mail.

      Herzliche Grüße,
      Claudia Schröter

  3. Monika sagt:

    Lieber Herr Pfarrer Schröter, ich danke Ihnen für Ihre Antwort.
    Die nicht funktionierenden Ehen, die als Ursache die Gleichberechtigung oder die, wie Sie formulieren, Gleichmacherei, hat, würde ich ganz anders einschätzen. Über Generationen wurde den Männern eine höhere Stellung zugewiesen, die Frau wurde als dienstbarer Geist für den Haushalt und das Kinderkriegen betrachtet und musste sich unterordnen. Es gab Reglements bei Bildung, Wahlrecht, sogar um einen Führerschein abzulegen oder arbeiten zu gehen wurde eine schriftliche Zustimmung des Mannes verlangt. Diese Zeiten sind glücklicherweise vorbei. Nur dieses jahrhundertlange Denken ist aus den Köpfen der männlichen Spezies schwer herauszukriegen. Noch in der Ehe meiner Eltern habe ich das erlebt und ich denke, dass das bei Ihnen ähnlich war. Wenn Sie und Ihre Frau nach dem oben angepriesenen Modell leben können und damit meinen, nach Gottes Bauplan zu leben, finde ich das sehr schön. Andere Möglichkeiten für eine christliche Eheführung, die auf Gleichberechtigung, Liebe und gegenseitiger Wertschätzung und Hilfe in allen Bereichen basieren, müssen nicht aus diesen Gründen zerbrechen und sollten genauso beispielgebend gewertet werden. Es gibt keine Patentrezepte für die Ehe, das wichtigste ist der Segen Gottes und die Bereitschaft beider Partner, dies nie aus den Augen zu verlieren in guten, wie in schlechten Tagen.
    Herzliche Grüße
    Ihre M.Dudek

    • Claudia Schröter sagt:

      Liebe Frau Dudek,
      ich sehe zwei unterschiedliche Themenfelder:
      Das eine ist die Frage von Über- und Unterordnung zwischen Mann und Frau in der Ehe und wie das zu verstehen ist, was der Apostel Paulus in Eph.5 darüber schreibt bzw. auch welche Missinterpretationen und welchen Missbrauch es in vergangenen Jahrhunderten gab. Das andere ist der ganze Themenbereich der Verschiedenartigkeit von Mann und Frau, was Kommunikation, Gefühlswelt, Bedürfnisse, Umgang mit Schwierigkeiten etc angeht.

      Zum ersten Themenbereich: Ja, die Aussagen der Bibel wurden teilweise gewaltig missbraucht um Frauen klein zu halten, sie von ihren Männern abhängig zu machen. Das war und ist bis heute Sünde! Wenn Gott davon spricht, dass er dem Mann eine Gehilfin zuordnet, meint das nicht eine minderwertige Sklavin, sondern dann bedeutet das doch, dass der Mann hilfsbedürftig ist, dass er die Frau als Ergänzung braucht. Gott hat die Frau aus der Seite des Mannes erschaffen, sie ihm gleichgeordnet. Dass Paulus davon schreibt, dass wir Frauen uns unseren Männern unterordnen sollen, bezieht sich auf ein Defizit. Wobei – das Wort „unterordnen“ ist heute missverständlich, besser wäre „respektieren“. Uns Frauen braucht er nicht dazu aufzufordern unsere Männer zu lieben, Liebe liegt den Frauen nahe, das tun wir fast von selbst. Es fällt uns jedoch oft schwer unsere Männer zu respektieren, sie nicht durch abwertende Worte etc herunterzuputzen. Vor Gott tragen die Männer die Verantwortung für Frau und Familie, auch in geistlicher Hinsicht. Wir Frauen dürfen uns unter ihrem „Schirm“ ausruhen, Verantwortung abgeben. – Klar gibt es Ausnahmen, die die Regel bestätigen und Männer, die ihrer Rolle nicht gerecht werden (können) oder Frauen, die „die Hosen anhaben“ in der Ehe. Aber in vielen Fällen zeigt es sich, dass Männer, die z.B. wegen Krankheit oder Arbeitslosigkeit nicht für ihre Familie da sein können, darunter leiden – auch im Blick auf ihr Selbstwertgefühl, und nicht selten depressiv werden. Andererseits zerbrechen viele Frauen darunter, wenn sie immer stark sein müssen, die Verantwortung für alles rund um die Familie tragen. Gott hat uns Frauen nunmal sensibler erschaffen, beziehungsorientierter, mit anderen Gaben begabt als die Männer. – Ok, ich verallgemeinere, aber es geht nicht ohne, und das Geschilderte betrifft die Mehrheit der Männer und Frauen, was außer bei Herrn Eggerichs und in der Bibel auch in unzähligen anderen Ratgebern säkularer Psychologen nachzulesen ist. –
      Paulus fordert die Männer ausdrücklich dazu auf ihre Frauen so zu lieben wie Christus die Gemeinde. Damit spricht er ein/das Defizit bei den Männern an. Denn es fällt vielen Männern schwer ihre Frauen zu lieben, bzw. die Liebe so zu äußern, dass ihre Frauen sich geliebt fühlen. Die Aufforderung von Paulus gräbt übrigens jeglicher Unterdrückung der Frauen das Wasser ab. Christus hat sich für die Gemeinde hingegeben, er hat sie geliebt bis in den Tod. Ein Mann, der seine Frau auf diese Art und Weise liebt, wird bei jeder Entscheidung, in jeder Situation fragen, was das Beste für seine Frau ist, wie er ihr in seinem Alltag und mit seinem Leben dienen kann. Dazu gehört dann z.B. auch, dass er keine selbstherrlichen Entscheidungen trifft, sondern dass Themen diskutiert und Kompromisse gefunden werden. Er wird auch (gerne) zurückstecken um seiner Frau willen, muss nicht seinen Kopf und seine Interessen durchdrücken. Eine Frau, deren Mann diesem Ideal versucht nachzuleben, wird sich ihm umgekehrt gerne und vertrauensvoll unterordnen, ihn respektieren und sich und ihr Leben und das der Kinder ihm anvertrauen können. – Es ist ein Kreislauf des Segens, der allerdings immer wieder gebrochen ist durch die Sünde und unsere menschliche Natur. Aber mit Gottes Hilfe und durch Christus in uns, können wir es jeden Tag neu in Angriff nehmen.

      Das zweite ist die Verschiedenartigkeit von Mann und Frau. Ohne Zweifel kommunizieren Männer und Frauen unterschiedlich, gehen unterschiedlich mit Konflikten und Gefühlen um, denken verschieden und treffen Entscheidungen auf unterschiedliche Weise. So lange Ehepartner nicht um diese Verschiedenheit wissen, führt es immer wieder zu Missverständnissen bis hin zu gewaltigen Ehekrisen. Nicht umsonst gibt es Eheberater und viele Ehebücher von christlichen und säkularen Autoren. – Ich bin seit fast 20 Jahren in der Frauenarbeit tätig und habe bei vielen Veranstaltungen und in unzähligen Gesprächen mit Frauen immer ähnliche Aussagen gehört, die genau diese Verschiedenheit und die daraus resultierenden Probleme ansprechen. Seien es die unterschiedlichen Sprachen der Liebe, die es zu erlernen gilt, das unterschiedliche Kommunikationsverhalten (Männer ziehen sich zurück, klären ihre Fragen alleine und kommen mit fertigen Antworten, während Frauen beim Reden denken bzw. das Reden brauchen um für sich Antworten zu finden – Problem: Frau redet um sich klar zu werden, Mann kommt mit einem nicht erwünschten Lösungsvorschlag), Frau hat ein Chaos im Kopf und ist erschlagen von den vielen anstehenden Aufgaben, während der Mann eine Liste schreibt und sie Aufgabe für Aufgabe abarbeitet – ganz gelassen, sich immer auf das eine, anstehende konzentrierend, um nur ein paar Problemfelder zu nennen. Auch der ganze Bereich der Körperlichkeit ist ein potenzielles Problemfeld, weil Männer und Frauen unterschiedlich sind: Während er Sex will und diesen auch durchaus zur Versöhnung nutzen kann, liegt ihr an Harmonie, Zärtlichkeit, Nähe, will sie rundum geliebt werden und ist (in der Regel) nicht zum Sex bereit, so lange die Beziehung nicht geklärt ist.

      Zu den auch im anderen Kommentar angesprochenen Verallgemeinerungen: Natürlich kann man nicht alle Männer oder alle Frauen über einen Kamm scheren. Selbstverständlich gibt es immer Ausnahmen. Allerdings „ticken“ doch die Mehrheit der Männer bzw. Frauen ähnlich. Die Stereotype sind übrigens nichts spezifisch Christliches, ich nenne ein paar durchaus erfolgreiche Buchtitel: „Männer sind wie Waffeln, Frauen wie Spaghetti“; „Warum Männer nicht zuhören und Frauen nicht einparken können“; „Männer sind vom Mars, Frauen von der Venus“.

      Meine Antwort ist nun etwas länger geworden, aber es war mir ein Anliegen Ihnen als Frau zu antworten. Ich bin übrigens eine ziemlich starke Frau, habe lange alleine gelebt und mein Leben sehr gut alleine gemanagt. Trotzdem finde ich es gut und echt entlastend, dass ich mich meinem Mann anvertrauen kann und die Verantwortung für unsere Familie nicht auf meinen Schultern ruht. – Auch wenn ich immer wieder selbst das Heft in die Hand und mich damit übernehme.

      Freundliche Grüße, Claudia Schröter

  4. Jürgen Müller sagt:

    Lieber Jonas,

    mit Interesse verfolge ich Deine Reihe „Einander lieben und ehren“.
    Da Du ausdrücklich zur Meinungsäußerung und Diskussion ermuntert hast, möchte ich mich heute dazu äußern.
    Ich finde es wichtig, dass man sich zum Thema Ehe und Zusammenleben Gedanken macht, weil leider immer öfter Paare auseinandergehen – nicht nur außerhalb der Kirche – bzw. sich gar nicht erst „trauen“.
    Allerdings bin ich der Meinung, dass Du zu oft Klischees und „Schubladen“ bedienst.
    Ein paar Beispiele:
    ° der Mann tut sich schwer, Liebe zu zeigen
    ° der Mann kommt abends nach Hause und interessiert sich nicht für die Familienprobleme,
    sondern installiert Betriebssysteme auf dem PC
    ° dem Mann ist Achtung und Respekt für seine Frau in die Wiege gelegt
    ° der Mann flieht sich in die Arbeit, weil er von der Frau nicht respektiert wird
    ° der Mann tut sich schwer, an seiner Frau zu hängen
    ° der Mann kämpft um Unabhängigkeit und Freiräume
    ° dem Mann ist Autoputzen wichtiger, als Zusammensein mit der Frau
    ° der Mann will respektiert werden, er will kämpfen, forschen und erobern
    ° der Mann hängt emotional stark von seinem beruflichen Erfolg ab
    ° der Mann wartet sehnlich auf die Ehrerbietung der Frau
    Viele dieser Dinge treffen nicht nur auf den Mann zu bzw. haben nicht eine so große Wertigkeit in der Ehe. Zumindest empfinde ich das so.
    Die Zeiten haben sich geändert. Oft arbeitet heute auch die Frau, manchmal „forscht und erobert“ sie auch. Manchmal hat der Mann keine Arbeit und kümmert sich um den Haushalt.
    Respekt verdient nicht nur der Mann, sondern genauso die Frau.
    Mit Schrecken denke ich an die Zeit zwei Generationen vor mir, als der Mann alles bestimmte und zeitweise seine Frau respektlos behandelte (habe ich erlebt).
    Du hast auch Luther erwähnt: „… in der Ehe einander lieben und ehren.“
    Dort kommt zum Ausdruck, was mein Verständnis von einer guten Ehe ist, nämlich:
    ° beidseitige Bemühungen zum liebevollen Umgang miteinander
    ° Respekt für die Leistung des Anderen, egal ob im Beruf oder zu Hause
    ° gemeinsam Entscheidungen treffen und einen Konsens suchen
    Ich denke, dieses Gemeinsame in der Ehe ist mittlerweile auch das, was den Alltag bestimmt. Jeder Partner hat Stärken und Schwächen, egal ob Mann oder Frau, aber nur gemeinsam kann der Weg durch Höhen und Tiefen gemeistert werden und mit Christus an der Seite in den Himmel führen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Jürgen Müller

    Zwickau, 07.04.18

    • Jonas Schröter sagt:

      Lieber Jürgen,
      danke für deine Anmerkungen. Freue mich, dass jetzt auch eine Diskussion in Gang kommt. Bisher musste ich nur Dutzende SPAM-Kommentare löschen. Erlaube mir eine kurze Antwort zu deinem Beitrag.
      -> zu oft Klischees und Schubladen
      Darin muss ich dir Recht geben. Aber das liegt in der Natur solcher Ehe-Ratgeber. Es gibt so viele verschiedene „Typen“ von Ehe wie es Eheleute gibt – jede Ehe läuft anders. Daher wird auch nicht jedes Ehe-Problem gelöst werden, indem man Ratgeber-Bücher liest. Am hilfreichsten ist natürlich eine ganz persönliche Beratung.
      Trotzdem lassen sich große Linien erkennen und wiederkehrende Probleme zu Mustern zusammenfassen. Dann kann man in Ratgeber-Büchern Hinweise geben, die für viele Leser hilfreich sind – aber sicherlich nicht immer und für alle.
      Die Ausführungen in Emerson Eggerichs Buch „Liebe & Respekt“ basieren auf der Erfahrung mit vermutlich tausenden Eheparen in seiner Beratungspraxis. Er bringt in seinem Buch daher auch viele Fallbeispiele und zitiert Zuschriften – was das Buch mitunter etwas langatmig erscheinen lässt. Für die LGB-Serie „Einander lieben und ehren“ habe ich mir die nicht ganz einfache Aufgabe gestellt, die fast 400 Seiten des Buches auf die 400 Worte in den einzelnen LGB-Beiträgen einzudampfen.
      Was alle Eheleute gemeinsam haben, ist die Tatsache, dass Gott uns geschaffen hat und dass er uns in seinem Wort (wenn du so willst in der Bedienungsanleitung) einige Angaben macht, wie wir das Geschenk der Ehe gebrauchen sollen. Und die andere globale „Schublade“ ist die Tatsache, dass wir alle von der Sehnsucht gezeichnet sind, uns gegen die Regeln des Schöfers aufzulehnen und unsere eigene Bedienungsanleitung aufzustellen.
      -> die Zeiten haben sich gändert
      Und damit noch eine kurze Anmerkung zu einem anderen Punkt, den du ansprichst. Die äußeren Umstände ändern sich ständig. Aber Gottes Wille bleibt und auch das, was er in die Schöpfung hineingelegt hat und was die Sünde entstellt. Da finde ich Eggerichs Ausführungen hilfreicher als andere Eheratgeber, weil er von der Schöpfungsordnung ausgeht und nicht nur von den Ergebnissen der Psychologie – wie man das oft in anderen Büchern findet.
      Einen Punkt finde ich da ganz wichtig. Eggerichs betont, dass Gott Mann und Frau ganz unterschiedlich geschaffen hat – und das aufeinander zu, um sich gegenseitig zu einem Ganzen zu ergänzen. Diese biblische Aussage (die wohl inzwischen auch von den Psychologen wieder anerkannt wird) steht natürlich im deutlichen Gegensatz zum Zeitgeist heute, wo – speziell auf dem TV-Bildschirm – davon ausgegangen wird, dass Mann und Frau gleich sind und völlig gleich sein müssen.
      Ich schreibe inzwischen am Beitrag für die Mai-Nummer des LGB. Da sollen mal wieder die Männern an einen Punkt erinnert werden, was Frauen unter Liebe verstehen.
      Herzliche Grüße aus dem Süden nach Zwickau,
      Jonas

  5. Monika Dudek sagt:

    Zwickau, 06.04.2018

    Meinungsäußerung zur LG Fortsetzungsreihe „Einander lieben und ehren“

    Sehr geehrter Pfarrer Jonas Schröter,

    anfangs mit Schmunzeln, dann aber mit zunehmendem Kopfschütteln habe ich Ihre Beiträge zur oben genannten Themenreihe verfolgt. Ein Mann macht sich ein Bild vom Seelenleben der Frau, das müssen naturgemäß einseitige Aussagen werden.

    Sie beziehen sich auf das Buch von Emerson Eggerichs “ Liebe und Respekt“. Der amerikanische Autor ist der Meinung:
    Eine Frau möchte von ihrem Mann bedingungslos geliebt werden. Ein Mann möchte von seiner Frau bedingungslos respektiert werden. Dies ist das größte Geheimnis einer gelingenden Ehe.

    Ich habe dieses Buch nicht gelesen und kann dem Autor nicht absprechen, gute Tipps für Partnerschaften zu geben, denn viele Menschen brauchen Hilfe von einem christlichen Paartherapeuten.

    Ich finde, Frau und Mann sollten sich gegenseitig lieben und respektieren ohne Bedingungen. Bei unterschiedlichen Anschauungen ist ein gemeinsamer Konsens wichtiger, als das sture Beharren auf einer Meinung. Männer und Frauen sind Menschen mit Schwächen und Fehlern, aber auch mit der Stärke, Verständnis füreinander zu entwickeln und bereit zu sein, miteinander zu wachsen.

    In Deutschland gehen in den meisten Familien beide Ehepartner einer Berufstätigkeit nach und wollen sowohl von ihren Arbeitgebern, als auch von ihren Partnern geachtet und anerkannt werden. Dabei braucht keiner in gegenseitiger Ehrerbietung zu erstarren.
    In manchen Familien ist der Mann für die technischen und praktischen Dinge zuständig, in anderen Ehen repariert und organisiert die Frau und der Mann kocht besser. Idealerweise teilen sich beide die immer wieder anfallenden Arbeiten im Haushalt und lernen voneinander, ohne auf die jeweiligen Tätigkeiten herabzublicken.

    Wie hart ist es für einen Mann oder eine Frau, die Arbeit zu verlieren, wohl gar in einem Alter von über 60 Jahren, in dem man kaum mehr vermittelbar ist, aber wie gut ist es, einen Partner zu haben, der dafür sorgen kann, die finanziellen Nöte nicht übermächtig werden zu lassen. In einer christlichen Ehe darf man immer darauf vertrauen, dass der von Gott gesegnete Bund Hilfe von oben bekommt, viele Paare durften das dankbar erfahren.

    Ich hätte Bauchschmerzen, würde ich die Aussagen Ihrer Beiträge einem ELFK-fernen Mitmenschen in die Hand zu drücken.
    Sollten wir uns nicht auch Gedanken machen, warum die Gliederzahl unseren Gemeinden so rasant sinkt und das nicht nur durch Todesfälle. Eine gegenseitige gleichberechtigte Anerkennung beider Geschlechter, wäre sicher segensreich.

    Ich hoffe, mit meiner Meinungsäußerung hilfreich gewesen zu sein.

    Mit freundlichen Grüßen

    Monika Dudek

    • Jonas Schröter sagt:

      Liebe Frau Dudek,
      vielen Dank für Ihre Zuschrift.
      Ich habe Ihre Zeilen jetzt schon mehrfach gelesen und bin mir immer noch nicht sicher, was Sie in der Artikelserie „zum Schmunzeln und zunehmendem Kopfschütteln“ veranlasst hat. Erlauben Sie mir ein paar Anmerkungen zu dem, was Sie ganz zum Schluss schreiben:
      => „Eine gegenseitige gleichberechtigte Anerkennung beider Geschlechter, wäre sicher segensreich.“
      Unbedingt! Das sagt uns Gott in seinem Wort:
      „Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus.“ (Gal 3, 28)
      Gott hat Mann und Frau als gleichwertige Partner geschaffen und für Mann und Frau gibt es vor Gott auch keine Rangunterschiede. Allerdings schlussfolgert die Bibel aus dieser Gleichwertigkeit keine Gleichmacherei. Gott hat Mann und Frau ganz unterschiedlich geschaffen und sie für jeweils ganz unterschiedliche Aufgaben begabt. Segensreich können Eheleute zusammenleben und gemeinsam wirken, wenn sie die Unterschiede kennen, annehmen und bewusst im Alltag umsetzen.
      Lassen Sie mich einen Vergleich versuchen: Im Restaurant steht vor mir ein Teller mit Spaghetti. Dazu wurden Löffel und Gabel gedeckt. Welches der Besteckteile ist wertvoller, welches nutzbringender? Keines von beiden hat einen größeren Wert. Und doch unterscheiden sich Löffel und Gabel recht deutlich. Ich könnte meine Spaghetti zwar auch nur mit dem Löffel löffeln oder mit der Gabel verzehren. Allerdings bringt erst das Zusammenspiel der gleichwertigen und gleichberechtigten aber unterschiedlichen Besteckteile den vollen Genuss (wenn ich nicht gerade versuche, die Spaghetti um den Löffel zu wickeln).
      Stimmt, die unterschiedlichen Rollen von Mann und Frau in der Bibel haben leider sehr oft zur Abwertung der Frau und der Dominanz des Mannes geführt und tun es, falsch verstanden, auch heute noch. Das ist aber nicht der Wille unseres Schöpfers, sondern eine Folge der Sünde.
      Wie ist das Problem zu lösen? Seit Jahrzehnten hämmert das Trommelfeuer der Gleichberechtigung auf uns ein. Man hofft den Kampf der Geschlechter zu beenden indem man versucht, die Unterschiede zwischen Mann und Frau so weit als möglich zu nivellieren. Zeigen sich segensreiche Ergebnisse? Die Scheidungsraten bzw. der immer häufigere Verzicht auf die Ehe sprechen eine andere Sprache.
      Das Buch von Eggerichs beruht auf dem biblischen Programm für das Zusammenleben von Mann und Frau in der Ehe. Nicht Gleichmacherei ist die Lösung, sondern die bewusste Anerkennung, dass Gott Männer und Frauen ganz unterschiedlich begabt und ausgerüstet hat. Und dann müssen wir lernen diese Unterschiede zu verstehen und segensreich im Zusammenleben in der Ehe einzusetzen (also im Vergleich gesprochen: nicht versuchen, die Spaghetti um den Löffel zu wickeln).
      Ich vertraue darauf, dass Gott Eheleute segnet, wenn sie ihre Ehe nach seinem Bauplan bauen.
      Herzliche Grüße
      Ihr J. Schröter

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