Ein Paar läuft an einem lauen Sommerabend Hand in Hand am Strand dem Sonnenuntergang entgegen. So schön kann das Eheleben sein. Doch der Alltag kennt auch ganz andere Szenen. Da gilt es, sich zu einigen. Wofür soll das Geld ausgegeben werden? Wie viel Beachtung will man den Ratschlägen der Schwiegermutter schenken?  Wann ist es an der Zeit, bei den Kindern die Zügel straffer zu ziehen? Es kommt zu Auseinandersetzungen und die arten nicht selten in handfesten Streit aus.

Auch bei der Bewältigung von Zwist können wir die weise Hand des Schöpfers erkennen. Gott hat Frau und Mann unterschiedliche Werkzeuge gegeben für den Ausgleich in Uneinigkeit und Streit. Sie können sich ergänzen und den Streit beilegen. Nicht selten schaukelt sich der Zank jedoch zum Ehekrach auf. Dann werden die Werkzeuge zu Waffen.

Werfen wir an der Stelle erneut einen Blick auf die zwei Zutaten zu einer gelingenden Ehe: Liebe und Respekt. In einer Umfrage wurden tausenden Eheleuten folgende Frage vorgelegt: „Fühlen sie sich im Fall eines Streites ungeliebt oder fühlen sie sich respektlos behandelt?“ Das Ergebnis lässt aufhorchen.  83% der Männer antworteten, dass sie sich im Streit von ihrer Frau respektlos behandelt fühlten. 72% der Frauen gaben an, dass sie sich im Konfliktfall ungeliebt fühlten. Männer und Frauen hören und reden auch im Streit ganz unterschiedlich.

Sie kritisiert ihn und nörgelt an ihm herum. Auf diese Weise teilt sie ihm mit, dass sie sich lieblos behandelt fühlt. Er hört das mit männlichen Ohren und empfindet: sie nutzt den Streit, um mich herunter zu putzen und mich zu erniedrigen. Warum tut sie mir das an?  Was er nicht hört, ist ihre tiefe Sehnsucht, geliebt zu werden. 

Wenn er sich nicht respektiert fühlt, zieht er sich zurück und mauert. Nach seinem Ehrenkodex kann man so nicht miteinander reden. Sein Rückzug und sein Schweigen erscheinen ihrem weiblichen Empfinden wiederum als grobe Lieblosigkeit. Frauen würden die Dinge zu Ende diskutieren. Wie kann er nur so lieblos sein und die Tür zuschlagen? Sie versteht nicht, dass er das Miteinander hauptsächlich auf Achtung und Respekt aufbaut.

Vermutlich wird sie ihm bei nächster Gelegenheit wieder eine Standpauke halten. Er wird sich wieder in seiner Ehre gekränkt fühlen und enttäuscht feststellen, dass auch der übelste Mitarbeiter nicht so mit ihm redet. Er verschließt sich weiter und ist nicht zur Versöhnung bereit.  Es entsteht ein Teufelskreis. Je mehr er sich verachtet fühlt, desto mehr behandelt er seine Frau auf eine Art, die sie als lieblos empfindet. Je mehr sie sich lieblos behandelt fühlt, desto mehr wird sie ihn demütigen und erniedrigen. Der Teufelskreis dreht sich weiter und wird möglicherweise zum vernichtenden Strudel.

Um diesen Teufelskreis aufzubrechen – so meint jeder Ehepartner – sollte die/der  andere ihr/sein Verhalten endlich ändern. Doch so ändert sich vermutlich nichts. Den Ehepartnern ist schon geholfen, wenn sie sich die Unterschiede im Hören und Reden bewusst machen, mit denen Gott sie ausgestattet hat. Heilung kann beginnen, wenn jeder auf das schaut, was Gott von ihr/ihm selbst erwartet. Überlege: Wie kann ich mein Verhalten im Streit ändern,  damit ich Gott so diene, wie es unser himmlischer Vater vorgegeben hat? Kurz gesagt:  Ein jeder habe lieb seine Frau wie sich selbst; die Frau aber ehre den Mann. (Eph 5, 33) Was genau Frauen unter Liebe verstehen und wie Männer geehrt werden wollen, darum soll es in den nächsten Beiträgen dieser Reihe gehen.

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