Was eigentlich verstehen Frauen darunter, geliebt zu werden? Einen Aspekt von Liebe aus weiblicher Sicht kann man beobachten, wenn sich im Frühjahr die Straßencafés bevölkern. Im Film sitzen verträumte Liebespaare dort und haben sich viel zu erzählen. Im richtigen Leben stecken allerdings meist zwei Frauen ihre Köpfe zusammen, während sie die Sahne in den Kaffee rühren. Sie gewähren sich dabei gegenseitig tiefe Einblicke in ihr Seelenleben. Frauen können Nähe herstellen und halten.

Adam hatte im Paradies ein Problem. Er war einsam. Gott gab deshalb dem Mann ein Gegenüber,  die „Männin“. Die Frauen wurden von Gott mit besonderen Gaben ausgestattet, um in der Ehe die zurückgezogenen Adams aus der Isolation ihrer Gedanken heraus zu holen und sie anzuregen, sich mitzuteilen. Am Ende des Schöpfungsberichtes bekommt der Mann dann den Auftrag, an seiner Frau zu hängen. Viele Eheleute beobachten, dass der Mann sich schwer tut, tatsächlich an seiner Frau zu hängen. Doch sie braucht die Nähe zu ihm wie die Luft zum Atmen.

Wenn er am Abend nach einem anstrengenden Tag nach Hause kommt, will er nur noch die Füße hochlegen und den Fernseher anschalten. Seine Frau hingegen will reden. Sie will ihre Erlebnisse vom Tag mit ihrem Mann teilen und ihre Sorgen ansprechen. Sie muss wissen, wie es ihm geht und wie er die Dinge sieht. Für ihn ist so viel Reden ein anstrengendes Geschäft, dem er lieber aus dem Weg geht.

Die wenigsten Ehemänner werden es schaffen, die emotionalen Bedürfnisse ihrer Frau ganz zu befriedigen. Das wird auch nicht von ihnen erwartet. Schließlich hat die Frau ihren Mann ja geheiratet, weil er ein Mann ist und ganz anders denkt und fühlt als sie. Der Mann übernimmt in der Ehe die Aufgabe, Unabhängigkeit zu bewahren und Freiräume zu erkämpfen. Doch er sollte sich daran erinnern lassen, dass Gott ihm die Frau gegeben hat als Gehilfin gegen seine Kontaktarmut. Wenn sie ihn ausfragt nach seinen Erlebnissen, braucht er sich nicht kontrolliert fühlen. Sie will nur seine Nähe spüren. Wenn sie ihm nachläuft und ihm ihre Geschichten aufdrängt und noch mehr wissen will und auch noch die letzte freie Minute mit einer gemeinsamen Aktivität verplant, dann will sie ihn nicht „an die Leine legen“. Sie geht einem ihrer Grundbedürfnisse nach. Sie sucht Nähe, um sich geliebt zu fühlen.

Der Ehemann muss wohl nicht die Kunst lernen, eine Tasse Cappuccino im Café auf gefühlte zwei Stunden zu verteilen. Aber er kann dankbar erkennen, dass Gott seine Frau mit der besonderen Gabe und auch dem Bedürfnis ausgestattet hat, die Nähe zu ihm zu suchen und an ihm zu hängen. Dann wird ihm sein Auto verzeihen, wenn er es ungeputzt stehen lässt und stattdessen seine Frau an der Hand nimmt zumindest für einen kurzen Abstecher an ein romantisches Plätzchen. 

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